Entsorgungsgebiet ARA Burg-Blumenthal

 

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Das Entsorgungsgebiet der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Burg-Blumenthal umfasst eine Fläche von ca. 180 km² und erstreckt sich dabei von Niegripp im Westen bis Reesen im Osten. Die Elbe stellt die natürliche Grenze im Norden dar, wohingegen die Bundesautobahn (BAB) 2 das Verbandsgebiet nach Süden trennt.


Die häuslichen Abwässer von ca. 25.600 Einwohnern und den ansässigen Gewerben werden über ein weit verzweigtes Kanalnetz aus Freigefälleleitungen und Druckleitungen zur Reini-gung nach Burg-Blumenthal transportiert. Auf Grundstücken, welche dezentral entsorgt werden und somit nicht an das über 220 km lange Kanalnetz angeschlossen sind, findet die Sammlung der Abwässer in abflusslosen Gruben oder eine Reinigung in einer Kleinkläranlage statt. Die Gruben werden mittels Tankwagen leergepumpt und die Fracht zur ARA Burg-Blumenthal gebracht. Die Abwasserreinigungsanlage Burg-Blumenthal reinigt in diesem Entsorgungsgebiet die Abwässer der Gemeinden:

- Burg (Stadt)
- Schartau
- Reesen
- Ihleburg
- Schermen
- Parchau
- Detershagen
- Niegripp
- Blumenthal

Die ersten Arbeiten zur Errichtung der Kanalisation in der Stadt Burg lassen sich auf den Beginn des letzten Jahrhunderts datieren. Im Zuge des demogarfischen Wandels im Entsorgungsgebiet wird das Kanalnetz stets den neuen Anforderungen angepasst. Die kontinuierliche Umsetzung des Sanierungskonzeptes des Wasserverbandes Burg und die Durchführung der dafür notwendigen Investitionen bilden einen wichtigen Bestandteil der Aufgaben des Wasserverbandes. So werden Maßnahmen durchgeführt, die auch zukünftig, die schadlose Abfuhr und Reinigung von Schmutzwasser gewährleisten.

 

 Zeitraum     Darstellung      Maßnahme Details
2010

   Turmstraße

   (nur SW-Anteil der Maßnahme aufgeführt)

ca. 110 m DN 200 STZ
2011  

   Niegripper Chaussee

   (nur SW-Anteil der Maßnahme aufgeführt)

ca. 700 m DN 200 STZ
2011

   Franzosenstraße

   (nur SW-Anteil der Maßnahme aufgeführt)

ca. 350 m DN 350 STZ

 

Entsorgungsgebiet KA Stresow

 

Südöstlich von Burg befindet sich das zweite Entsorgungsgebiet im Zuständigkeitsbereich des Wasserverbandes Burg. Die häuslichen und gewerblichen Abwässer der Gemeinden:

 

- Grabow

- Theeßen

- Stresow

- Küsel

 

werden über fast 30 km Kanalnetz zur Abwasserreinigungsanlage nach Stresow transportiert. Im Vergleich zur Kanalisation in der Stadt Burg ist das Schmutzwasserkanalnetz in diesen Gemeinden jüngeren Ursprungs. Dennoch ist der Wasserverband Burg auch in diesem Entsorgungsgebiet stets mit neuen Herausforderungen konfrontiert, wenn es darum geht, die Struktur und den Zustand des Netzes den regionalen Bedingungen und rechtlichen Vorgaben anzupassen. Die dezentrale Entsorgung erfolgt, analog zum Rest des Verbandsgebietes, mittels Kleinkläranlagen oder Sammelgruben und Tankwagen zur Anlage in Burg-Blumenthal.

Abwasserreinigungsanlage Burg-Blumenthal

 

Bild 3: Abwasserreinigungsanlage Burg-Blumenthal
Bild 3: Abwasserreinigungsanlage Burg-Blumenthal

5 Kilometer nördlich der Stadt Burg, im Ortsteil Blumenthal, befindet sich die gleichnamige Abwasserreinigungsanlage. Die Anlage ist derzeit auf 40.000 Einwohnerwerte ausgelegt und jederzeit auf 60.000 Ein-wohnerwerte ausbaufähig. Die Kapazitätsauslastung von über 90 Prozent ist auch durch das Gewerbegebiet Burg gewährleistet. In den vergangenen Jahren war die ARA Burg-Blumenthal am Tag des Wassers (22.03.) wiederholt ein beliebter Anlaufpunkt für Jung und Alt. Die Besucher nutzen hierbei die Möglichkeit, die Funktionsweise der Anlage in Führungen durch geschultes Fachpersonal zu erfahren. Dabei funktioniert die Abwasserreinigung in Burg-Blumenthal nach folgendem Schema:

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Bild 4: Behandlungs- und Anlagenschema der Abwasserreinigungsanlage Burg-Blumenthal

Nachdem die ankommenden Abwässer von einem Schneckenpumpwerk (A) hochgefördert wurden, durchfließen sie eine mechanische Reinigung (B). Das im Rechnen verbliebene Gut wird nach der Entwässerung in einem Container (C) aufgefangen. Daran anschließend erfolgt die Abtrennung des mitgeführten Sandes und verschiedener Fette im belüfteten Sandfang mit Fettabscheider (D). Das hier anfallende Gut wird ebenfalls getrocknet und in Containern aufgefangen. Nun folgt die biologische Vollreinigungsstufe (E). In diesen Becken erfolgen der Abbau organischer Verbindungen und die Umwandlung von Stickstoffverbindungen mittels im Belebtschlamm lebender Mikroorganismen. Im Anschluss werden die Abwässer ins Nachklärbecken (F) transportiert. Hier erfolgt die Trennung zwischen fester und flüssiger Phase. Während ein Teil des anfallenden Schlammes zurück in die Belebung gefördert wird, gelangt der Überschussschlamm in den Eindicker (G) und wird dort maschinell entwässert. Das gereinigte Abwasser hingegen fließt über ein Auslaufbauwerk (H) in die Vorflut Elbe (I). Da in Burg-Blumenthal auch Fäkalien und Abwässer aus abflusslosen Gruben angenommen wird, verfügt die Anlage über eine Fäkalannahmestelle (J), welche dem Schneckenpumpwerk am Zulauf vorgeschalten ist. Einen virtuellen Rundgang durch die einzelnen Anlagenteile können Sie mit folgendem Video erleben.

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Kläranlage Stresow

  

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Bild 5: Abwasserreinigungsanlage Stresow

 

Die ARA in Stresow reinigt die Abwässer von 1.400 Einwohnern. Die am Ortsausgang der Gemeinde Stresow befindliche Anlage wurde in den Jahren 1993/94 von einer Teichkläranlage zu einer mehrstufigen biologischen Belebtschlammanlage in Erdbauweise ausgebaut. Nach der schrittweisen, schmutzwassertechnischen Erschließung der Gemeinden Küsel und Theeßen in den Jahren 1993/94, folgte die Gemeinde Grabow ab 1995 und leitet seitdem die Schmutzfrachten nach Stresow. Die Abwasserreinigungsanlage umfasst eine mechanische Reinigung (Rechen), eine biologische Reinigungsstufe mit Nachklärung und einen Schönungsteich vor dem Auslauf in den Lehmkuhlengraben.

Kleinkläranlagen

Grundstücksbesitzer die nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden können, müssen eine Kleinkläranlage (Grundstückskläranlagen oder Hauskläranlagen) oder abflusslose Grube errichten, falls die Abwasserbeseitigungspflicht auf sie übertragen wird. Dabei handelt es sich um Abwasserreinigungsanlagen mit einer Ausbaugröße von bis zu 50 Ein-wohnergleichwerten. Zu einer Kleinkläranlage gehören eine Einrichtung zur mechanischen Entschlammung des Abwassers (Mehrkammergrube) und eine biologische Reinigungsstufe die sehr unterschiedlich gestaltet sein kann (Belebungsverfahren, Tropfkörper, Tauchkörper, Festbettreaktor, SBR, Pflanzenkläranlage, oder ähnliche). Kleinkläranlagen sind in der DIN 4261 beschrieben. Kleinkläranlagen dienen der Behandlung häuslichen Schmutzwassers aus einzelnen oder mehreren Gebäuden und sind innerhalb des zu entwässernden Grundstücks eingebaut. Das Abwasser wird nach Durchfließen einer solchen Grundstückskläranlage entweder versickern, soweit der Untergrund hierzu aufnahmefähig ist, oder in einem kurzen, in der Regel dem Grundstückseigentümer gehörenden Kanal dem nächsten offenen Gewässer zugeleitet. Die Zulässigkeit des Einbaus und des Betriebs von Kleinkläranlagen sowie die Wahl der Ein-baustelle unterliegen in Deutschland den baurechtlichen (Länderbauordnungen) und wasser-rechtlichen Vorschriften. Die zuständige Behörde entscheidet über das erforderliche Ausmaß der Abwasserbehandlung und die Art der Abwassereinleitung entsprechend den örtlichen Gegebenheiten. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass eine Verunreinigung von Grundwasser oder oberirdischen Gewässern vermieden wird, und die hygienisch einwand-freie Beseitigung des anfallenden Klärschlamms gewährleistet ist.

 

 

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Bild 10: Innenleben einer KKA

 

Abwasserlexikon

 

Abwasser

Abwasser im Sinne des Gesetzes über Abgaben für das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserabgabengesetz – AbwAG) sind das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende Wasser (Schmutzwasser) sowie das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen abfließende und gesammelte Wasser (Niederschlagswasser) (siehe auch DIN 4045). Als Schmutzwasser gelten auch die aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretenden und gesammelten Flüssigkeiten.

Abwasserpumpwerk

Anlage zur Beförderung von Abwasser aus einer tiefer gelegenen Ebene auf eine höhere. Dieses wird z.B. beim Eintritt in eine Kläranlage durchgeführt, damit das Wasser dann durch das natürliche Gefälle durch die Gesamtanlage fließen kann. Bei Hochwasserständen in dem Fluss, in welches das gereinigte Wasser abzuleiten ist, kann wiederum ein Abwasserpumpwerk notwendig sein, welches die technische Realisierung einer Abwasserhebeanlage ist. (DIN 4045).

AOXAdsorbierbare organische Halogenverbindungen

Abkürzung für "adsorbierbare organische Halogenverbindungen im Wasser" (X steht in der organischen Chemie für die Halogene Fluor, Chlor, Brom und Jod). Analysenverfahren und Messgröße, in dem alle adsorbierbaren organischen Halogenverbindungen erfasst werden; es wird als Summenparameter bei der Qualifizierung von Abwasser verwendet (u.a. im Abwasserabgabengesetz). Die verschiedenen Halogenverbindungen weisen ein jeweils spezifisches unterschiedliches Gefährdungspotential auf.

ARA - Abwasserreinigungsanlage

Technische Anlagen zur Reinigung von Abwasser. Je nach Abwasserbeschaffenheit, Konstruktion und Leistungsfähigkeit erfolgt die Abwasserreinigung in kommunalen Kläranlagen mechanisch (erste Reinigungsstufe), biologisch (zweite Reinigungsstufe) und weitergehend (dritte Reinigungsstufe).

Belebtschlamm

Die bei der aeroben biologischen Abwasserreinigung durch den Abbau der Abwasserinhaltstoffe im Belebungsbecken gebildete Biomasse. Sie besteht im Wesentlichen aus Bakterien, Pilz, Pilzen, Protozoen, EPS und weiteren Bestanteilen. Mikroskopische Untersuchungen belegen, dass Belebtschlammflocken von Bakterien und Protozoen "belebt" sind. Deshalb, werden sie Belebtschlamm genannt.

BSBBiochemischer Sauerstoffbedarf

Maßzahl für die Menge an im Wasser gelöstem Sauerstoff, der zum biologischen Abbau gelöster organische Verbindungen im Abwasser benötigt wird.

Als Kennzahl wird meistens der BSB5 angegeben. Dieser gibt die Menge an Sauerstoff im mg/l an, welche Bakterien und andere Kleinstlebewesen in einer Wasserprobe im Zeitraum von 5 Tagen bei einer Temperatur von 20o C verbrauchen, um die Wasserinhaltsstoffe aerob abzubauen. BSB ist somit ein indirektes Maß für die Summe aller biologisch abbaubaren organischen Stoffe im Wasser.

CSBChemischer Sauerstoffbedarf

Der CSB ist ein Maß für die Summe aller organischen Verbindungen im Wasser, einschließlich der schwer abbaubaren. Der CSB-Wert kennzeichnet die Menge an Sauerstoff, welche zur Oxidation der gesamten im Wasser enthaltenen organischen Stoffe verbraucht wird in mg/l oder g/㎥. Als chemisches Oxidationsmittel wird i.d.R. Kaliumdichromat (K2Cr2O7) verwendet.

Dichtheitsprüfung

Eine Dichtheitsprüfung wird zur Überprüfung von Leitungssystemen und Behältern auf Leckagen durchgeführt. Dichtheitsprüfung/ Lecksuche an installierten Systemen (Rohrleitungen, Speicher, Kühlanlagen, Vakuumanlagen). Bei der Dichtheitsprüfung ist auch der sogenannte Anschlusskanal ,der die Grundstücksentwässerungsanlage mit der öffentlichen Abwasseranlage verbindet, also der Kanal vom öffentlichen Straßenkanal bis einschließlich der ersten Reinigungs- bzw. Prüföffnung oder des ersten Reinigungs- bzw. Prüfschachtes auf dem Grundstück mit zu berücksichtigen. Die zur Anwendung kommende Prüftechnik orientiert sich nach dem jeweiligen Anwendungsfall (Anforderungen, Randbedingungen).

EW - Einwohnerwert

Der Einwohnerwert stellt eine Rechengröße für die Abwasserreinigung dar (siehe DIN EN 1085).Er ist ein Maß für die Belastung gewerblich-industriell genutzten Abwassers mit organisch abbaubaren Stoffen - gemessen als BSB5, das angibt, welcher Einwohnerzahl (EZ) dieser Belastung entspricht.

Grenzwert

Konzentrationen oder Frachten von Stoffen, deren Überschreitung Schäden nach sich ziehen können bzw. nachteilige Auswirkungen befürchten lassen, so dass ein bestimmter Wert festgelegt wird, ab dem diese veränderte Eigenschaft wirksam wird. Nach dem Wasserhaushaltsgesetz bedarf jede Gewässernutzung, insbesondere jede Einleitung von Abwasser einer behördlichen Erlaubnis oder Bewilligung, bei der ggf. einzuhaltende Grenzwerte festgelegt werden. Abwasser darf grundsätzlich nur dann in ein Gewässer eingeleitet werden, wenn seine Schadstofffracht so gering gehalten wird, wie das nach dem Stand der Technik möglich ist.

Indirekteinleiter

Als Indirekteinleiter bezeichnet der Gesetzgeber einen Abwasserproduzenten, der seine Abwässer im Gegensatz zum Direkteinleiter - zumeist ungereinigt bzw. vorgereinigt - über die Kanalisation und somit i.d.R. über eine kommunale Kläranlage "indirekt" in die Gewässer einleitet. Neben zahlreichen Betrieben sind alle an die Kanalisation angeschlossenen Haushalte somit ebenfalls Indirekteinleiter. Systematische Verzeichnisse über Indirekteinleiter werden im Indirekteinleiter-Kataster zusammengefasst.

Kanalnetz

Anlage zur Sammlung und Fortleitung von Niederschlagswasser und Abwasser mit Hilfe von zumeist unterirdisch angebrachten Leitungssystemen, die mit Belüftungsschächten versehen sind, aber auch in Form ausgebauter (begradigter und befestigter) Bachläufe. Die abzuleitenden Wässer werden zunächst in kleineren Kanälen zu größeren Straßenkanälen transportiert und nach Weiterleitung in den Hauptkanälen gebündelt. Von dort gelangen die Wässer in den Hauptsammelkanal zur Reinigung in die Kläranlage. Schmutzwasser und Niederschlagswasser werden entweder getrennt (Trennkanalisation) oder gemeinsam (Mischkanalisation) abgeleitet.

Kleinkläranlage

Eine Anlage zur Abwasserreinigung in kompakter Bauweise für geringe Abwassermengen.

Oxidationsmittel

Im weitesten Sinne eine Substanz die Elektronen aufnehmen kann, im engeren Sinn eine Substanz die Sauerstoff abgeben kann.

Überwachungsparameter

Im wasserrechtlichen Bescheid festgelegter Grenzwert, der die höchstzulässige Konzentration bestimmter Schadstoffe/-gruppen im Abwasser vor seiner Einleitung festlegt.

Vorfluter

Oberirdisches Gewässer, in das mit wasserrechtlicher Erlaubnis Abwasser durch eine Vorflut eingeleitet wird. Hydrologisch betrachtet ist ein Vorfluter jedes Gerinne, in dem Wasser mit natürlichem oder künstlichem Gefälle abfließen kann. Die Einleitung von Abwässern gehört lediglich zur Nutzung, nicht zur Definition des Vorfluters, wie sie sich fälschlicherweise eingebürgert hat.